Hochsensibilität
31/01/26 11:29
Von Orchideen und Löwenzähnen – Wie sensibel bin ich eigentlich?
Fragen Sie sich ob Sie auch zu den hochsensiblen Persönlichkeiten gehören?

Sind Sie schneller erschöpft als Ihr überwiegendes Umfeld?
Erfassen Sie Spannungen in einem Raum oder bei anderen Menschen, noch bevor jemand etwas sagt?
Fühlen Sie sich durch bestimmte Kleidung, Lärm, visuelle Reize und Gerüche schneller gestört als andere Menschen.
Hochsensibilität ist ein viel diskutiertes Thema – allerdings verschwimmen dabei gerne einmal gesicherte Erkenntnisse und populäre Annahmen.
Bereits seit den 1990er-Jahren erforschte eine US-amerikanische Psychologin, weshalb manche Menschen Reize intensiver aufnehmen und verarbeiten als andere.
Was steckt hinter dem Begriff Hochsensibilität und HSP?
HSP ist ein grundlegendes Temperamentsmerkmal, das beschreibt, wie stark physische, emotionale und soziale Reize wahrgenommen und verarbeitet werden. Die Abkürzung HSP steht für Highly Sensitive Person.
Hochsensible Menschen verfügen über ein besonders fein reagierendes Nervensystem. Man kann es mit einem Filter vergleichen. Bei den meisten Menschen werden viele Hintergrundreize aussortiert. Bei Menschen mit Hochsensibilität ist dieser Filter jedoch deutlich durchlässiger. Entsprechend werden sie permanent von mehr Informationen und Reizen erreicht, was schnell zu viel werden kann.
Diese erhöhte Wahrnehmung betrifft nicht nur offensichtliche Sinneseindrücke wie Geräusche oder Licht, sondern auch feine soziale Signale. Hochsensible erkennen kleinste Veränderungen in Mimik oder Tonfall und nehmen atmosphärische Spannungen wahr, die anderen entgehen. In der Fachliteratur wird dies als Sensory Processing Sensitivity (SPS) bezeichnet. Charakteristisch ist dabei vor allem die tiefere Verarbeitung von Eindrücken (Depth of Processing). Diese intensive Verarbeitung bereichert das Erleben, führt jedoch auch dazu, dass die Reizverarbeitungskapazität schneller ausgeschöpft ist und man mehr Ruhe benötigt.
Pionierin Elaine Aron und die 1990er-Jahre
Entgegen dem heutigen Medieninteresse ist Hochsensibilität kein neues Phänomen, sondern wurde lange unter anderen Bezeichnungen diskutiert. Den entscheidenden Impuls lieferte die US-amerikanische Psychologin Elaine N. Aron in den 1990er-Jahren. Mit ihrem Buch „The Highly Sensitive Person“ aus dem Jahr 1996 machte sie das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Aron beschrieb Hochsensibilität als wertneutrales Persönlichkeitsmerkmal, das bei etwa 15–20 % der Menschen vorkommt – und bemerkenswerterweise auch bei zahlreichen Tierarten. Vor ihrer Arbeit galten sensible Menschen in der Psychologie häufig als neurotisch oder lediglich introvertiert. Elaine Aron und ihr Mann Arthur Aron zeigten jedoch, dass Sensitivität ein eigenständiges Konstrukt darstellt.
Gemeinsam entwickelten sie die Highly Sensitive Person Scale (HSPS), die bis heute in der Forschung genutzt wird. Aron betonte zudem den evolutionären Nutzen dieser Eigenschaft: Wer Gefahren früh erkennt und Situationen gründlich analysiert, kann zum Schutz einer Gruppe beitragen. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Modell weiterentwickelt, unter anderem durch Forscher wie Michael Pluess, der das Konzept der Environmental Sensitivity prägte.
Krankheit oder Persönlichkeitsmerkmal?
Ein zentraler Punkt vorweg: Hochsensibilität ist keine Erkrankung. Sie taucht in keinem diagnostischen Klassifikationssystem wie ICD-10 oder DSM-5 auf. Vielmehr handelt es sich um einen stabilen Persönlichkeitszug – eine natürliche Variation menschlicher Eigenschaften, vergleichbar mit Händigkeit oder Temperamentsunterschieden.
Krankheitswert entsteht erst dann, wenn zusätzlicher Leidensdruck auftritt, etwa durch Depressionen oder Angststörungen infolge chronischer Überforderung. Diese Zustände sind jedoch nicht gleichzusetzen mit Hochsensibilität selbst.
In klinischen Kontexten werden hochsensible Menschen dennoch häufig missverstanden, da ihre Reaktionen intensiver erscheinen. Die moderne Psychologie differenziert hier zunehmend genauer. Während Persönlichkeitsstörungen durch starre Muster gekennzeichnet sind, zeigt sich Hochsensibilität bei passenden Bedingungen als äußerst flexibel und anpassungsfähig.
Das Konzept der Differential Susceptibility beschreibt diesen Effekt: Hochsensible reagieren stärker auf ungünstige Umweltbedingungen, profitieren jedoch überdurchschnittlich von unterstützenden, ruhigen und wertschätzenden Umfeldern. Sie sind damit nicht schwächer, sondern schlicht reaktionssensibler gegenüber ihrem Umfeld.
Neurobiologische Grundlagen der Sensory Processing Sensitivity
Lange Zeit wurde kritisiert, Hochsensibilität sei lediglich subjektive Einbildung. Moderne neurobiologische Forschungsmethoden, insbesondere MRT-Studien, zeichnen jedoch ein anderes Bild. Sie zeigen, dass die Gehirne hochsensibler Menschen auf Reize messbar anders reagieren.
Insbesondere Areale, die für Aufmerksamkeit, Empathie und Sinnesverarbeitung zuständig sind, weisen eine erhöhte Aktivität auf. Auffällig ist dabei vor allem die Insula, die an der Wahrnehmung innerer Zustände und Emotionen beteiligt ist.
Der Begriff Sensory Processing Sensitivity beschreibt genau diesen neurologischen Mechanismus. Hochsensible verarbeiten emotionale Reize intensiver, ihre Spiegelneuronen reagieren stärker, und die Filterung von Reizen ist weniger ausgeprägt. Die Folge ist eine tiefere kognitive Verarbeitung – aber auch ein höherer Energieverbrauch. Deshalb benötigen hochsensible Menschen oft mehr Zeit, um Erlebnisse zu integrieren und sich zu erholen. Die Forschung zu diesen neuronalen Zusammenhängen nimmt kontinuierlich zu.
Gene, Umwelt und Entwicklung: Angeboren oder erlernt?
Der derzeitige Forschungsstand geht davon aus, dass Hochsensibilität zu etwa 40–50 % genetisch bedingt ist. Zwillingsstudien stützen die Annahme, dass das Nervensystem sensibler Menschen bereits bei der Geburt stärker reagiert. Viele Eltern berichten, dass sich Unterschiede in der Reizverarbeitung schon im Säuglingsalter zeigen.
Gleichzeitig spielt die Umwelt eine entscheidende Rolle. Epigenetische Prozesse und frühe Beziehungserfahrungen beeinflussen, ob die Sensitivität als Stärke oder Belastung erlebt wird. In unterstützenden Umgebungen entfalten sich häufig Kreativität und Empathie. Unter belastenden Bedingungen kann sich dieselbe Veranlagung hingegen in Ängstlichkeit oder Rückzug äußern.
Michael Pluess beschreibt sensible Menschen bildhaft als „Orchideen“: Sie reagieren empfindlich auf widrige Umstände, können jedoch bei guter Pflege außergewöhnlich aufblühen – im Gegensatz zu den robusteren „Löwenzähnen“. Beide haben ihre ihren besonderen Wert und ihre ganz eigenen Fähigkeiten. Zudem dient dieses Bildnis nur für ein besseres Verständnis. Es sollen hier keine in Stein gemeißelten Schubladen entstehen, da natürlich jeder Mensch ganz individuell ist und es eben mehr „Arten“ gibt als Löwenzähne oder Orchideen.
Warum ist Hochsensibilität wissenschaftlich umstritten?
Trotz wachsender Forschung bleibt Hochsensibilität ein kontroverses Thema. Kritiker bemängeln die begriffliche Abgrenzung zu etablierten Persönlichkeitsdimensionen wie Neurotizismus. Zudem wird darauf hingewiesen, dass viele populäre Online-Tests keine wissenschaftliche Grundlage haben.
Auch die zunehmende Kommerzialisierung – etwa durch Coaches oder Ratgeber ohne fundierte Ausbildung – trägt zur Skepsis bei. In der akademischen Psychologie wird daher gefordert, das Konzept klarer zu definieren und sauber von pathologischen Zuständen abzugrenzen. Dennoch wächst die Anerkennung dafür, dass es Menschen mit signifikant niedrigerer Reizschwelle und höherer Verarbeitungstiefe gibt. Das ist auch für den Coaching-Kontext und am Arbeitsplatz eine wichtige Information.
Abgrenzung zu Autismus, ADHS und psychischen Störungen
Aufgrund der Reizoffenheit kommt es häufig zu Verwechslungen mit Autismus oder ADHS. Während bei Autismus ebenfalls sensorische Überempfindlichkeiten auftreten, unterscheiden sich hochsensible Menschen meist deutlich in ihrer sozialen Wahrnehmung: Sie sind häufig besonders empathisch und erfassen emotionale Signale intuitiv.
Auch zu ADHS bestehen Überschneidungen, etwa in der Ablenkbarkeit. Allerdings können Hochsensible sich in reizarmen Umgebungen oft sehr lange und tief konzentrieren, während bei ADHS die Aufmerksamkeitssteuerung grundlegend beeinträchtigt ist.
Entscheidend ist die Differentialdiagnose: Ist die Sensitivität eine stabile Veranlagung oder Ausdruck einer psychischen Krise? Diese Unterscheidung ist für Fachpersonen essenziell.
Stärken hochsensibler Menschen
Neben den Herausforderungen bringen hochsensible Persönlichkeiten erhebliche Ressourcen mit. Sie erleben ihre Umwelt intensiver, reagieren stark auf Kunst, Musik und Ästhetik und verfügen über eine ausgeprägte Wahrnehmung feiner Nuancen.
Im sozialen Kontext wirken sie häufig als emotionale Frühwarnsysteme. Sie erkennen Stimmungsumschwünge früh, sind empathisch, aufmerksam und denken vorausschauend. Mit gutem Energiemanagement werden sie oft zu kreativen Impulsgebern und stabilisierenden Kräften in ihrem Umfeld.
Reizüberflutung vermeiden: Strategien für den Alltag
Ein bewusster Umgang mit der eigenen Sensitivität ist entscheidend. Da das Nervensystem schneller überlastet ist, sind regelmäßige Pausen unverzichtbar.
Bewährte Strategien sind unter anderem:
• Reduktion von Reizen (z. B. Kopfhörer, gedämpftes Licht, angenehme Kleidung)
• klare Grenzen setzen und Nein-Sagen lernen
• Achtsamkeits- und Entspannungstechniken
• Akzeptanz der eigenen Unterschiede
• therapeutische Unterstützung bei anhaltendem Leidensdruck
Messung von Hochsensibilität: Tests und Skalen
Der bekannteste wissenschaftliche Fragebogen ist weiterhin die Highly Sensitive Person Scale (HSPS). Sie erfasst verschiedene Dimensionen der Sensitivität und liegt auch in validierten Kurz- und Kinderformen vor. Wichtig ist: Diese Tests dienen der Selbstreflexion, nicht der Diagnose.
Seriöse Skalen messen unter anderem:
Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst
Ob Sie selbst hochsensibel sind oder mit sensiblen Menschen leben und arbeiten:
Zu einem guten Miteinander gehört Verständnis, Akzeptanz und Respekt für sich selbst und andere Menschen, gleich ob sie Orchiedeen, Löwenzähne oder andere Wesensmerkmale tragen. In einer lauten Welt sind es oft gerade die feinen Wahrnehmungen hochsensibler Menschen, die Orientierung und Tiefe schenken. Jeder Mensch ist einzigartig und benötigt indivuelle Umfelder und Bedingungen um das jeweilig vollste und schönste Potential entfalten zu können.
Deshalb mein Fazit:
„Nicht nur die Harten gehören in den Garten, auch die Zarten sind wertvolle Arten!“
Fragen Sie sich ob Sie auch zu den hochsensiblen Persönlichkeiten gehören?

Sind Sie schneller erschöpft als Ihr überwiegendes Umfeld?
Erfassen Sie Spannungen in einem Raum oder bei anderen Menschen, noch bevor jemand etwas sagt?
Fühlen Sie sich durch bestimmte Kleidung, Lärm, visuelle Reize und Gerüche schneller gestört als andere Menschen.
Hochsensibilität ist ein viel diskutiertes Thema – allerdings verschwimmen dabei gerne einmal gesicherte Erkenntnisse und populäre Annahmen.
Bereits seit den 1990er-Jahren erforschte eine US-amerikanische Psychologin, weshalb manche Menschen Reize intensiver aufnehmen und verarbeiten als andere.
Was steckt hinter dem Begriff Hochsensibilität und HSP?
HSP ist ein grundlegendes Temperamentsmerkmal, das beschreibt, wie stark physische, emotionale und soziale Reize wahrgenommen und verarbeitet werden. Die Abkürzung HSP steht für Highly Sensitive Person.
Hochsensible Menschen verfügen über ein besonders fein reagierendes Nervensystem. Man kann es mit einem Filter vergleichen. Bei den meisten Menschen werden viele Hintergrundreize aussortiert. Bei Menschen mit Hochsensibilität ist dieser Filter jedoch deutlich durchlässiger. Entsprechend werden sie permanent von mehr Informationen und Reizen erreicht, was schnell zu viel werden kann.
Diese erhöhte Wahrnehmung betrifft nicht nur offensichtliche Sinneseindrücke wie Geräusche oder Licht, sondern auch feine soziale Signale. Hochsensible erkennen kleinste Veränderungen in Mimik oder Tonfall und nehmen atmosphärische Spannungen wahr, die anderen entgehen. In der Fachliteratur wird dies als Sensory Processing Sensitivity (SPS) bezeichnet. Charakteristisch ist dabei vor allem die tiefere Verarbeitung von Eindrücken (Depth of Processing). Diese intensive Verarbeitung bereichert das Erleben, führt jedoch auch dazu, dass die Reizverarbeitungskapazität schneller ausgeschöpft ist und man mehr Ruhe benötigt.
Pionierin Elaine Aron und die 1990er-Jahre
Entgegen dem heutigen Medieninteresse ist Hochsensibilität kein neues Phänomen, sondern wurde lange unter anderen Bezeichnungen diskutiert. Den entscheidenden Impuls lieferte die US-amerikanische Psychologin Elaine N. Aron in den 1990er-Jahren. Mit ihrem Buch „The Highly Sensitive Person“ aus dem Jahr 1996 machte sie das Thema einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Aron beschrieb Hochsensibilität als wertneutrales Persönlichkeitsmerkmal, das bei etwa 15–20 % der Menschen vorkommt – und bemerkenswerterweise auch bei zahlreichen Tierarten. Vor ihrer Arbeit galten sensible Menschen in der Psychologie häufig als neurotisch oder lediglich introvertiert. Elaine Aron und ihr Mann Arthur Aron zeigten jedoch, dass Sensitivität ein eigenständiges Konstrukt darstellt.
Gemeinsam entwickelten sie die Highly Sensitive Person Scale (HSPS), die bis heute in der Forschung genutzt wird. Aron betonte zudem den evolutionären Nutzen dieser Eigenschaft: Wer Gefahren früh erkennt und Situationen gründlich analysiert, kann zum Schutz einer Gruppe beitragen. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Modell weiterentwickelt, unter anderem durch Forscher wie Michael Pluess, der das Konzept der Environmental Sensitivity prägte.
Krankheit oder Persönlichkeitsmerkmal?
Ein zentraler Punkt vorweg: Hochsensibilität ist keine Erkrankung. Sie taucht in keinem diagnostischen Klassifikationssystem wie ICD-10 oder DSM-5 auf. Vielmehr handelt es sich um einen stabilen Persönlichkeitszug – eine natürliche Variation menschlicher Eigenschaften, vergleichbar mit Händigkeit oder Temperamentsunterschieden.
Krankheitswert entsteht erst dann, wenn zusätzlicher Leidensdruck auftritt, etwa durch Depressionen oder Angststörungen infolge chronischer Überforderung. Diese Zustände sind jedoch nicht gleichzusetzen mit Hochsensibilität selbst.
In klinischen Kontexten werden hochsensible Menschen dennoch häufig missverstanden, da ihre Reaktionen intensiver erscheinen. Die moderne Psychologie differenziert hier zunehmend genauer. Während Persönlichkeitsstörungen durch starre Muster gekennzeichnet sind, zeigt sich Hochsensibilität bei passenden Bedingungen als äußerst flexibel und anpassungsfähig.
Das Konzept der Differential Susceptibility beschreibt diesen Effekt: Hochsensible reagieren stärker auf ungünstige Umweltbedingungen, profitieren jedoch überdurchschnittlich von unterstützenden, ruhigen und wertschätzenden Umfeldern. Sie sind damit nicht schwächer, sondern schlicht reaktionssensibler gegenüber ihrem Umfeld.
Neurobiologische Grundlagen der Sensory Processing Sensitivity
Lange Zeit wurde kritisiert, Hochsensibilität sei lediglich subjektive Einbildung. Moderne neurobiologische Forschungsmethoden, insbesondere MRT-Studien, zeichnen jedoch ein anderes Bild. Sie zeigen, dass die Gehirne hochsensibler Menschen auf Reize messbar anders reagieren.
Insbesondere Areale, die für Aufmerksamkeit, Empathie und Sinnesverarbeitung zuständig sind, weisen eine erhöhte Aktivität auf. Auffällig ist dabei vor allem die Insula, die an der Wahrnehmung innerer Zustände und Emotionen beteiligt ist.
Der Begriff Sensory Processing Sensitivity beschreibt genau diesen neurologischen Mechanismus. Hochsensible verarbeiten emotionale Reize intensiver, ihre Spiegelneuronen reagieren stärker, und die Filterung von Reizen ist weniger ausgeprägt. Die Folge ist eine tiefere kognitive Verarbeitung – aber auch ein höherer Energieverbrauch. Deshalb benötigen hochsensible Menschen oft mehr Zeit, um Erlebnisse zu integrieren und sich zu erholen. Die Forschung zu diesen neuronalen Zusammenhängen nimmt kontinuierlich zu.
Gene, Umwelt und Entwicklung: Angeboren oder erlernt?
Der derzeitige Forschungsstand geht davon aus, dass Hochsensibilität zu etwa 40–50 % genetisch bedingt ist. Zwillingsstudien stützen die Annahme, dass das Nervensystem sensibler Menschen bereits bei der Geburt stärker reagiert. Viele Eltern berichten, dass sich Unterschiede in der Reizverarbeitung schon im Säuglingsalter zeigen.
Gleichzeitig spielt die Umwelt eine entscheidende Rolle. Epigenetische Prozesse und frühe Beziehungserfahrungen beeinflussen, ob die Sensitivität als Stärke oder Belastung erlebt wird. In unterstützenden Umgebungen entfalten sich häufig Kreativität und Empathie. Unter belastenden Bedingungen kann sich dieselbe Veranlagung hingegen in Ängstlichkeit oder Rückzug äußern.
Michael Pluess beschreibt sensible Menschen bildhaft als „Orchideen“: Sie reagieren empfindlich auf widrige Umstände, können jedoch bei guter Pflege außergewöhnlich aufblühen – im Gegensatz zu den robusteren „Löwenzähnen“. Beide haben ihre ihren besonderen Wert und ihre ganz eigenen Fähigkeiten. Zudem dient dieses Bildnis nur für ein besseres Verständnis. Es sollen hier keine in Stein gemeißelten Schubladen entstehen, da natürlich jeder Mensch ganz individuell ist und es eben mehr „Arten“ gibt als Löwenzähne oder Orchideen.
Warum ist Hochsensibilität wissenschaftlich umstritten?
Trotz wachsender Forschung bleibt Hochsensibilität ein kontroverses Thema. Kritiker bemängeln die begriffliche Abgrenzung zu etablierten Persönlichkeitsdimensionen wie Neurotizismus. Zudem wird darauf hingewiesen, dass viele populäre Online-Tests keine wissenschaftliche Grundlage haben.
Auch die zunehmende Kommerzialisierung – etwa durch Coaches oder Ratgeber ohne fundierte Ausbildung – trägt zur Skepsis bei. In der akademischen Psychologie wird daher gefordert, das Konzept klarer zu definieren und sauber von pathologischen Zuständen abzugrenzen. Dennoch wächst die Anerkennung dafür, dass es Menschen mit signifikant niedrigerer Reizschwelle und höherer Verarbeitungstiefe gibt. Das ist auch für den Coaching-Kontext und am Arbeitsplatz eine wichtige Information.
Abgrenzung zu Autismus, ADHS und psychischen Störungen
Aufgrund der Reizoffenheit kommt es häufig zu Verwechslungen mit Autismus oder ADHS. Während bei Autismus ebenfalls sensorische Überempfindlichkeiten auftreten, unterscheiden sich hochsensible Menschen meist deutlich in ihrer sozialen Wahrnehmung: Sie sind häufig besonders empathisch und erfassen emotionale Signale intuitiv.
Auch zu ADHS bestehen Überschneidungen, etwa in der Ablenkbarkeit. Allerdings können Hochsensible sich in reizarmen Umgebungen oft sehr lange und tief konzentrieren, während bei ADHS die Aufmerksamkeitssteuerung grundlegend beeinträchtigt ist.
Entscheidend ist die Differentialdiagnose: Ist die Sensitivität eine stabile Veranlagung oder Ausdruck einer psychischen Krise? Diese Unterscheidung ist für Fachpersonen essenziell.
Stärken hochsensibler Menschen
Neben den Herausforderungen bringen hochsensible Persönlichkeiten erhebliche Ressourcen mit. Sie erleben ihre Umwelt intensiver, reagieren stark auf Kunst, Musik und Ästhetik und verfügen über eine ausgeprägte Wahrnehmung feiner Nuancen.
Im sozialen Kontext wirken sie häufig als emotionale Frühwarnsysteme. Sie erkennen Stimmungsumschwünge früh, sind empathisch, aufmerksam und denken vorausschauend. Mit gutem Energiemanagement werden sie oft zu kreativen Impulsgebern und stabilisierenden Kräften in ihrem Umfeld.
Reizüberflutung vermeiden: Strategien für den Alltag
Ein bewusster Umgang mit der eigenen Sensitivität ist entscheidend. Da das Nervensystem schneller überlastet ist, sind regelmäßige Pausen unverzichtbar.
Bewährte Strategien sind unter anderem:
• Reduktion von Reizen (z. B. Kopfhörer, gedämpftes Licht, angenehme Kleidung)
• klare Grenzen setzen und Nein-Sagen lernen
• Achtsamkeits- und Entspannungstechniken
• Akzeptanz der eigenen Unterschiede
• therapeutische Unterstützung bei anhaltendem Leidensdruck
Messung von Hochsensibilität: Tests und Skalen
Der bekannteste wissenschaftliche Fragebogen ist weiterhin die Highly Sensitive Person Scale (HSPS). Sie erfasst verschiedene Dimensionen der Sensitivität und liegt auch in validierten Kurz- und Kinderformen vor. Wichtig ist: Diese Tests dienen der Selbstreflexion, nicht der Diagnose.
Seriöse Skalen messen unter anderem:
- EOE – leichte Erregbarkeit
- AES – ästhetische Sensibilität
- LST – niedrige sensorische Schwelle
Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst
- Hochsensibilität ist keine Krankheit, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal
- Etwa 15–20 % der Menschen sind hochsensibel
- Neurobiologische Unterschiede sind messbar
- Die Veranlagung ist angeboren, wird aber stark durch Umwelt geprägt
- Zentrales Merkmal ist die tiefe Verarbeitung von Reizen
- Eine klare Abgrenzung zu psychischen Störungen ist wichtig
- Hochsensible verfügen über große empathische und kreative Ressourcen
- Selbstfürsorge und Akzeptanz sind entscheidend für ein gutes Leben
Ob Sie selbst hochsensibel sind oder mit sensiblen Menschen leben und arbeiten:
Zu einem guten Miteinander gehört Verständnis, Akzeptanz und Respekt für sich selbst und andere Menschen, gleich ob sie Orchiedeen, Löwenzähne oder andere Wesensmerkmale tragen. In einer lauten Welt sind es oft gerade die feinen Wahrnehmungen hochsensibler Menschen, die Orientierung und Tiefe schenken. Jeder Mensch ist einzigartig und benötigt indivuelle Umfelder und Bedingungen um das jeweilig vollste und schönste Potential entfalten zu können.
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Mein Buch auf Platz 1 bei Amazon
17/03/24 17:03
Platz 1 in der Kategorie "Coaching" und in 6 weiteren Kategorien!
Ich freue mich riesig und danke allen die das Ebook gekauft haben.
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Das Buch ist auch als Print in Form von Taschenbuch und Hardcover erhältlich, künftig auch außerhalb von Amazon z.B. bei Thalia oder in der Buchhandlung vor Ort.
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Esel und die Kraft der Gedanken
11/09/22 18:01

Was hat dieser Esel mit der Kraft der Gedanken zu tun?
Dieser süße Kerl ist Benjamin, ein inzwischen 34 Jahre alter Esel.
Jedes Jahr feiern wir, eine Gruppe von Unterstützern für Esel Benjamin ein schönes Fest.
Benjamin war vor zwölf Jahren in einem desolaten Zustand. Der Tierarzt gab ihm maximal noch drei Monate bis er das Zeitliche segnet.
Michel und Anita, zwei Herzen von Menschen wollten das nicht glauben und gaben ihm einen Platz neben ihren zwei Pferden in einem schönen offenen Stall.
Die Bedenken, dass sie die Kosten für Benjamin nicht stemmen könnten, räumten wir aus, indem wir jedes Jahr für Benjamin Geld überweisen.
Von dem, was übrig bleibt feiern wir jedes Jahr gemeinsam mit Benjamin ein neues Lebensjahr.
Monika, Michel und Anita organisieren und jeder bringt etwas zum Essen mit.
Der Glaube, Liebe und die gute Pflege, die Benjamin durch Michel und Anita erhält, hat ihn wieder gesund gemacht.
Deshalb gebt acht, was euch prophezeit wird, sei es von den Medien, Ärzten, Therapeuten Psychologen, Coaches und Beratern.
Überlegt euch gut was ihr in der Realität sehen wollt und richtet eure Gedanken liebevoll auf eure Ziele aus.
Pflegt die guten Gedanken und handelt nach Ihnen. Dann könnte sich manche Prophezeiungen vollkommen in Luft auflösen und sogar eine tolle Gartenparty mit guten Freunden nachsichziehen.
Der Yager Code
05/05/22 08:32
YAGER-CODE-Coach

Der Yager Code ist keine Hypnose und kann bei vollem Bewusstsein angewandt werden und arbeitet mit einem Höheren Aspekt unseres Geistes.
Dr. Yager ging davon aus, dass unser Geist aus 3 Aspekten besteht.
Dem Bewusstsein, das wir alle kennen,
dem Unterbewusstsein, auf welches wir mit unserem Bewusstsein selten Zugriff haben und dem Höheren Bewusstsein, das wesentlich mehr Fähigkeiten besitzt, als wir uns vorstellen können.
Unser Höheres Bewusstsein hat, der Erfahrung nach, auf alle Informationen, die in unserem Unterbewusstsein gespeichert sind Zugriff und den Überblick - ähnlich wie ein Großrechner in einer Bibliothek. Mit diesem Höheren Bewusstsein, welches Dr. Yager "Zentrum" nannte, arbeitet der Coach oder Therapeut. Das ist fantastisch, denn viele Programme sind in unserem Unterbewusstsein abgelegt, die heute nicht mehr dienlich für uns sind. - Mit dieser Methode werden Sie teilweise in Sekundenschnelle identifiziert und neu informiert. Dies bringt gute Erfolge und das liebe ich!
Die Yager-Code-Methode wurde über einen Zeitraum von 10 Jahren durch Dr. Yager objektiv untersucht und hat, seinen Studien zur Folge, nur nach wenigen Sitzungen, manchmal nach weniger als einer Stunde eine sehr hohe Erfolgsrate. Davon durfte ich mich während des Seminars selbst überzeugen - es ist tatsächlich erstaunlich und ein weitere Möglichkeit für Sie, positive Quantensprünge zu machen.
Wenn Sie sich genauer informieren möchten finden Sie unter dem Stichwort Yager Code und Dr. Preetz zahlreiche Informationen, sowohl auf der Homepage als auch auf Youtube.
Natürlich beantworte ich auch gerne persönlich Ihre Fragen, oder trage zur Klärung bei, ob die Methode für Sie und Ihr Ziel geeignet ist.
Ich freue mich diese faszinierende Methode anzuwenden und segensreich für Sie einzusetzen.
Der Erfahrung nach benötigt man je nach Thematik und Persönlichkeit mit dem Yager-Code zwischen 3 - 5 Sitzungen, um eine Thematik zur Lösung, oder zur Besserung zu führen.*
Yager Code-Sitzungen biete ich auschließlich in Paketvarianten von 3 - 10 Sitzungen für Sie an.
* Rechtlicher Hinweis: Ich betone ausdrücklich, dass eine Sitzung bei mir keine Heilbehandlung ist und ich in keinster Weise Heilversprechungen abgebe oder den Anschein erwecken will zu heilen. Ich stelle keine Diagnosen und bin nicht therapeutisch tätig. Ein Coaching bei mir ersetzt keinesfalls die Behandlung beim Arzt, Psychologen oder Heilpraktiker.

Der Yager Code ist keine Hypnose und kann bei vollem Bewusstsein angewandt werden und arbeitet mit einem Höheren Aspekt unseres Geistes.
Dr. Yager ging davon aus, dass unser Geist aus 3 Aspekten besteht.
Dem Bewusstsein, das wir alle kennen,
dem Unterbewusstsein, auf welches wir mit unserem Bewusstsein selten Zugriff haben und dem Höheren Bewusstsein, das wesentlich mehr Fähigkeiten besitzt, als wir uns vorstellen können.
Unser Höheres Bewusstsein hat, der Erfahrung nach, auf alle Informationen, die in unserem Unterbewusstsein gespeichert sind Zugriff und den Überblick - ähnlich wie ein Großrechner in einer Bibliothek. Mit diesem Höheren Bewusstsein, welches Dr. Yager "Zentrum" nannte, arbeitet der Coach oder Therapeut. Das ist fantastisch, denn viele Programme sind in unserem Unterbewusstsein abgelegt, die heute nicht mehr dienlich für uns sind. - Mit dieser Methode werden Sie teilweise in Sekundenschnelle identifiziert und neu informiert. Dies bringt gute Erfolge und das liebe ich!
Die Yager-Code-Methode wurde über einen Zeitraum von 10 Jahren durch Dr. Yager objektiv untersucht und hat, seinen Studien zur Folge, nur nach wenigen Sitzungen, manchmal nach weniger als einer Stunde eine sehr hohe Erfolgsrate. Davon durfte ich mich während des Seminars selbst überzeugen - es ist tatsächlich erstaunlich und ein weitere Möglichkeit für Sie, positive Quantensprünge zu machen.
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